htt

Elektrowissen

Rechtlich sicher elektrotechnische Arbeiten übertragen

Von

Ein Erlaubnisschein hilft bei der Übertragung von elektrotechnischen Tätigkeiten

Wer elektrotechnische Arbeiten übertragen will, übernimmt eine große Verantwortung. Im Vordergrund steht dabei die weitgehend gefahrlose Ausübung der Tätigkeiten durch den Mitarbeiter. Je komplexer die Tätigkeit bzw. je mehr Mitarbeiter beauftragt werden sollen, umso wichtiger ist es, die Aufgabe schriftlich zu übertragen. Die Schriftform dient einerseits der Rechtssicherheit und Nachweisbarkeit und andererseits einer eindeutigen Kompetenzzuweisung. Auf diese Weise wird die Aufgabenübertragung im elektrotechnischen Bereich optimiert. Durch das Instrument eines Erlaubnis- oder Freigabescheins kann die Aufgabenübertragung vereinheitlicht, standardisiert und vereinfacht werden.

Der Mindestinhalt eines Erlaubnisscheins

Ein Erlaubnis- oder Freigabeschein sollte möglichst schlank gehalten werden. Niemand nutzt ein solcher Schein, wenn die wichtigsten Regelungen im Dschungel unnützer und überflüssiger Informationen untergehen. Dennoch müssen einige Punkte enthalten sein, damit der Erlaubnisschein funktionieren kann. Neben formalen Angaben wie der zeitlichen Gültigkeit sind dies insbesondere sachliche Schwerpunkte. Dazu zählen Angaben zu den beauftragten Mitarbeitern, die Konkretisierung der Arbeitsstelle, die Beschreibung der durchzuführenden Arbeiten, die Auflistung der fünf Sicherheitsregeln, die Einweisung der beteiligten Personen, die Erteilung der Erlaubnis (bzw. die Freigabe) und ein Feld für die Meldung der Erledigung der Arbeiten.

Der Anlagenverantwortliche erteilt die Erlaubnis zum Beginn der Arbeiten

Die rechtlichen Grundlagen finden sich in der DIN VDE 0105-100:2009-10 und in der DIN EN 50110-1:2005-06. Hier wird vorgeschrieben, dass die Genehmigung des Anlagenverantwortlichen eine erforderliche Bedingung zur Entgegennahme der Arbeitsfreigabe ist bzw., dass nur der Aufgabenverantwortliche die Erlaubnis für die vorgesehenen Arbeiten geben darf. Dies bedeutet, dass alle Arbeiten an elektrischen Anlagen mit dem Anlagenbetreiber (bzw. der verantwortlichen Elektrofachkraft oder dem Anlagenverantwortlichen) abgesprochen werden müssen.

Die Durchführung der Sicherheitsregeln

Nach Festlegung des konkreten Arbeitsbereiches und der durchzuführenden Arbeiten sind die fünf Sicherheitsregeln anzuwenden. Diese sind im Einzelnen:

  • Freischalten
  • Sichern gegen das Wiedereinschalten
  • Feststellen der Spannungsfreiheit
  • Erden sowie Kurzschließen
  • Unter Spannung stehende Teile in der Nachbarschaft abdecken bzw. abschranken

Die Bestätigung der Durchführung der fünf Sicherheitsregeln bestätigt der Anlagenverantwortliche. Er gibt den Beginn der Arbeiten frei.

Der Abschluss der Arbeiten erfordert eine Meldung an den Anlagenverantwortlichen

Nachdem die Arbeiten beendet wurden, müssen hierüber alle Beteiligten informiert werden. Weitere Tätigkeiten sind dann nicht mehr zulässig. Der Anlagenverantwortliche hat sich davon zu überzeugen, dass sämtliche Personen, Werkzeuge, Arbeitsmittel und Ausrüstungsgegenstände aus dem Arbeitsbereich entfernt worden sind. Im Anschluss erfolgt die Rückabwicklung der fünf Sicherheitsregeln.

 

Teile diesen Beitrag:
Rechtlich sicher elektrotechnische Arbeiten übertragen Reviewed by on Oktober 17, 2014 .

Ein Erlaubnisschein hilft bei der Übertragung von elektrotechnischen Tätigkeiten Wer elektrotechnische Arbeiten übertragen will, übernimmt eine große Verantwortung. Im Vordergrund steht dabei die weitgehend gefahrlose Ausübung der Tätigkeiten durch den Mitarbeiter. Je komplexer die Tätigkeit bzw. je mehr Mitarbeiter beauftragt werden sollen, umso wichtiger ist es, die Aufgabe schriftlich zu übertragen. Die Schriftform dient einerseits